Moderne Objektive wollen perfekt sein. Doch ich will Objektive mit Charakter und Charme.

Wenn man neu mit dem Fotografieren anfängt tendiert man dazu sich immer über die neuesten, schärfsten und technisch Perfektesten Objektiven umzuschauen. Man schaut stundenlang auf MTF-Kurven und Testkarten voller kreise, ohne wirklich zu verstehen was es bedeutet. Und ohne das man sich das Objektiv überhaupt leisten kann. So war das auch bei mir für die ersten Jahre. Aber ich bereue es nicht. Ich liebe mein Sigma 35mm f1.4 Art. Für mich ist es der perfekte Allrounder.

Als ich anfing auf Film zu fotografieren, flog all das aus dem Fenster. Die Objektive, die ich jetzt nutze, sind nicht die schärfsten. Haben mal mehr, mal weniger, eine Vignette. Aber sind dafür leichter und kompakter. Vor allem wenn man, wie ich, sich auf ein objektiv reduziert. Nur selten habe ich mehr als ein Objektiv dabei.

Nikon F3 mit dem Nikkor 50mm f2 und in der Regel Kodak Portra 400. Mein Go-To Setup.

Meine Aufnahmen verbesserten sich schnell, und selbst meine Bildbearbeitung wurde besser. Da ich jetzt bei jedem Motiv mehr darauf achte, wie ich es fotografiere, muss ich nicht mehr erst hunderte Bilder aussortiere.

Statt mich über Verzerrungen, oder Vignettierung zu ärgern, konzentrierte ich mich auf die Stimmung des Bildes und darauf, wie ich es wirklich haben wollte. Natürlich verpasst man aber auch einiges, wenn man sich auf ein Objektiv reduzierter. Man verpasst dadurch zwar einige Weitwinkel- und Teleaufnahmen, aber das ist mir jetzt egal!

Die meisten Fotografen haben das schon erkannt, oder haben diese Phase schon durchlaufen. Doch ich wollte meine Gedanken einfach in Worte fassen für jemanden, der zufällig über diesen Beitrag stolpert und sich davon inspirieren lässt.